Roßleben

Roßleben

Roßleben am Nordufer der Unstrut, zwischen Ziegelrodaer Forst und Finne gelegen, gehörte dank seines Wasser- und Waldreichtums zum bevorzugten Siedlungsgebiet des Menschen. Zahlreiche Funde aus dem Neolithikum bis ins Mittelalter deuten auf eine rege Besiedlung der Unstrutterrassen hin. Alt- und mittelsteinzeitliche Besiedlungsreste wurden von Nebra bis Bottendorf nachgewiesen. Bereits im 11. Jahrhundert war Roßleben ein stattliches Dorf. Das älteste Gebäude des Ortes ist der „Große Hof“, der nachweislich seit 1209 im Besitz der Grafen von Rusteleben war (heutige Pfarre).

Um 1140 vollzog sich ein für unsere Gegend wichtiger Vorgang. Durch den Grafen Ludwig von Wippra und seine Gemahlin Mechthildis wurde auf der Westseite des Dorfes Rusteleve ein Augustinerkloster gegründet. Das 1240 in ein Zisterzienserinnenkloster umgewandelt wurde. Die Bestätigungsurkunde von Papst Innocenz III. und der Schutzbrief Kaiser Barbarossas sind im Archiv der Stiftung Klosterschule noch vorhanden. Infolge der Reformation wurde das Kloster aufgehoben. Dem Klostervogt, Dr. Heinrich von Witzleben auf Burg Wendelstein, welche für die wirtschaftlichen Belange des Klosters verantwortlich war, gelang es die Liegenschaften des Klosters vor der Enteignung durch den Landesherren zu bewahren. Er beantragte die Gründung einer Knabenschule, welche durch das ehemalige Klostergut finanziert werden sollte. Nach dem Tod Barbara von Witzlebens, der letzten Äbtissin und Nonne, wurde durch Heinrich von Witzleben die Knabenschule gestiftet. Mit Unterbrechungen durch Kriege, Pestilenz und Brände werden bis heute Schüler aus der gesamten Bundesrepublik und darüber hinaus in der traditionsreichen Schule zum Abitur geführt. Aus ihr gingen namenhafte Wissenschaftler, Künstler, Politiker und Ökonomen hervor.

Dank der Lage an der Unstrut und des regen Kupferschieferbergbaus in der Nachbargemeinde Bottendorf gehörte Roßleben immer zu den größeren Gemeinden der Region. Der Ausbau der Unstrut durch Kursachsen zur Wasserstraße (1795) sowie der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Artern-Naumburg (1889) führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung Roßlebens. Die Entdeckung der Mineralstoffe für die Pflanzenernährung durch Justus von Liebig und die Erschließung der Kalilagerstätten in der Unstrutregion waren die Initialzündung für eine Bevölkerungsexplosion. Bis 1989 wohnten in Roßleben ca. 7800 Menschen. Damit wurde der Ort einer der Versorgungsschwerpunkte in der Region. Mit dem Zusammenbruch der DDR kam es zu einem wirtschaftlichen Niedergang. Mit der Schließung des Kaliwerkes, des Volkseigenen Gutes Memleben, der Konsumfleischerei, der Schuhfabrik etc. verlor die Gemeinde über 3000 Arbeitsplätze. Viele junge Leute zogen weg, um Arbeit in anderen Bundesländern zu finden. Die Einwohnerzahl sank rapide. Das neu geschaffene Industriegebiet konnte die Fluktuation nicht aufhalten.

1999 feierte die Gemeinde, welche die Ortschaften Bottendorf und Schönewerda eingemeindet hatte, mit einem großen Festwochenende ihre Erstwähnung vor 1100 Jahren. Zudem wurde der Großgemeinde das Stadtrecht verliehen. Im Jahr 2019 schlossen sich die Gemeinden des Ostkreises zu einer Landgemeinde unter der Bezeichnung, Stadt Roßleben-Wiehe, zu einer neuen Verwaltungseinheit zusammen.

 

Ortschaftsbürgermeister: Steffen Sauerbier
Sprechzeiten im Rathaus Roßleben:
wir bitten um vorherige telefonische Absprache unter 034 672 / 863 100.


Ortschaftsratsmitglieder:
Susanne Kammlodt
Stefan Aschenbrenner
Maik Schösse
Dr. Frank Wagner
Maximilian Bischoff
Karl Träger
Rainer Heuchel
Astrid Kapitz
Nico Fricke